Tami Shem-Tov:                             

Das Mädchen mit den drei Namen       

Übersetzt von Mirjam Pressler
 

Fischer Schatzinsel     2.Auflage   2010  

319 S.                    14,95 € 

ISBN  978-3-596-85373-1

                                                                                                             

Das ist ein zutiefst berührendes Buch. Es erzählt von Jacqueline, einem holländischen Kind, 1933 in einer jüdischen Familie geboren, und ihrer Familie.

Als die Deutschen 1940 in den Niederlanden   einmarschieren, verschlechtern sich die Lebensbedingungen der holländischen Juden rapide. Die schon in Deutschland begonnene Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung  wird hier ebenso menschenverachtend und konsequent  umgesetzt.

Die Familie taucht unter, die einzelnen Familienmitglieder an unterschiedlichen Orten, von freundlichen Mitmenschen versteckt. Aus  Jacqueline wird Lieneke, das klingt holländischer und damit unauffälliger. Außerdem entspricht es den falschen Papieren, die der  Vater besorgt hat.

Der Vater schreibt ihr , wann immer es geht, kleine Briefchen, in denen er aus seinem Leben erzählt, Erinnerungen an zu Hause weckt und  auch mal ein Gedicht einflicht, selbst gedichtet.  Und immer sind die Briefchen mit lustigen kleinen Zeichnungen versehen, jeder Brief ein kleines Kunstwerk. Für ein Kind, das voller Sehnsucht nach den vertrauten Gesichtern  und der familiären Wärme leben muss.

Es gelingt der Familie zu überleben. Nur Lienekes  Mutter ist an einem alten Leiden gestorben. Ob sie unter besseren Bedingungen überlebt hätte?

Lieneke geht später nach Israel. Dort erhält sie den hebräischen Namen Nili.

Drei Namen, jeder steht für einen Lebensabschnitt.

Es ist eine wahre Geschichte, die Tami Shem-Tov hier erzählt. Und die Briefchen  von Lienekes  Vater sind  dem Buch beigefügt.  Ebenso finden sich im Anhang Fotos der Familie wieder.  Man kann sich ein Bild machen.

                  

   

(Gudrun Ehrhardt)    

 

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